• Felix Schmid

Segeln in Kroatien: Das solltest du wissen

War Kroatien in den Jahren nach dem Kosovokrieg noch fast so etwas wie ein Geheimtipp, so sind heute die historischen Altstädte von Trogir oder Dubrovnik in der Hauptsaison ein typisches Beispiel für overtourism: Menschenmassen schieben sich durch enge Gassen, deren Geschäfte sich komplett auf die Bedürfnisse des Tourismus eingestellt haben. Mit authentischem Urlaubserlebnis und Erholung hat dass nur noch wenig zu tun. Was würde da näher liegen als sich mit seiner eigenen Segelyacht eine ruhige Bucht zu suchen und dem Trubel zu entfliehen. Ob und wie das gelingt zeige ich euch in diesem Artikel.


Überfüllte Innenstadt in Kroatien

Bildquelle: Jonathan Chng, Unsplash


Das Segelrevier

Kroatien gilt nicht umsonst als eines der schönsten Segelreviere der Welt: Kristallklares Wasser, unzählige Inseln mit geschützten Buchten und traumhafte Strände wie das goldene Horn auf der Insel Brac machen es geradezu ideal für das Erkunden mit der eigenen Yacht. Kombiniert mit der guten Erreichbarkeit mit dem Auto aus Mitteleuropa führt das vor allem im Juli und August dazu, dass man auch auf dem Wasser nicht alleine ist. Mitunter empfiehlt es sich daher, sich schon etwas früher als die anderen in den geschützten Buchten einen Ankerplatz zu sichern. Marinas mit guter Ausstattung und Bojenfelder gibt es reichlich, haben aber auch ihren Preis.




Lohnenswerte Ziele gibt es entlang der gesamten Küste, die Auswahl der angesteuerten Inseln ergibt sich meistens durch den gewählten Starthafen. Split bzw. das nahe gelegene Trogir bietet dabei die größte Auswahl an Charteryachten. Mein Tipp: Die Insel Vis mit einem Abstecher bei Fort George, ein paar Badebuchten und das Goldene Horn der Insel Brac und ein Zwischenstopp in Stari Grad auf Hvar lässt sich bequem in einer Woche machen. Wer mehr Nachtleben will ist mit der Stadt Hvar am besten beraten.



Das Segelwetter

Wie auch in anderen Revieren im Mittelmeer ist das Klima von Juni bis September am besten für eine Segelreise geeignet: Wassertemperatur über 20° und kaum Niederschlag machen die Aufenthalte in den Badebuchten zum reinen Vergnügen. Auch die Monate Mai und Oktober kommen für einen Badeurlaub durchaus Frage, dazu ist es sowohl am Land als auch auf dem Wasser deutlich weniger überlaufen.


Die Bora - ein berüchtigtes Windphänomen mit bis zu 9 Beaufort und schlechtem Wetter - ist zum Glück im Sommer sehr selten anzutreffen. Überhaupt sind die Windverhältnisse zur Hauptsaison meist gemütlich. Also eher etwas für Inselhopping und Baden als Segeln am Limit.



Wissenswertes

Im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern verlangt Kroatien auch von einem Skipper neben einer allgemeinen Lizenz (da reicht der deutsche SBF See) einen Funkschein (SRC).

Bei der Anreise mit dem Auto ist vor allem im August an den Grenzübergängen und Tunneln oft Stau angesagt. Da hilft es, sich vorab zu informieren und, falls irgendwie möglich die Samstage zu vermeiden. Auf dem Weg gibt es viele schöne Orte, an denen man noch ein paar Tage dranhängen kann, beispielsweise in Slowenien.

Die Alternative dazu ist eine Anreise mit dem Flugzeug: Der Flughafen Split ist nur 6 km von der ACI Marina Trogir entfernt und bietet im Sommer Direktverbindungen zu allen großen europäischen Flughäfen.



Mein Fazit

Für einen entspannten Urlaubstörn mit viel Badeanteil ist Kroatien wegen seinem kristallklaren Wasser und den vielen schönen Buchten nach wie vor eines der schönsten Segelziele in Europa. Wenn man es dann noch schafft, den Touristenmassen (Tipp: zweite Septemberhälfte!) zu entkommen erwartet einen ein traumhafter Urlaub auf dem Wasser - auch wenn Kroatien lange schon kein Geheimtipp mehr ist.

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